Geschichten über sogenannte Monsterwellen galten lange Zeit nur als Seemannsgarn. Mittlerweile steht fest: Wie aus dem Nichts auftauchende, riesige Wasserberge gibt es tatsächlich. Das spontane Auftreten sehr großer Wellen ist in Schifffahrt und Meerestechnik seit langem bekannt. Von Monsterwellen sprechen Experten immer dann, wenn die Wellenhöhe vom Tal zum Kamm ungefähr zweieinhalb bis dreimal so groß ist wie die mittlere Wellenhöhe. In einem Sturm mit Wellen von zehn Metern mittlerer Wellenhöhe müsste eine Welle also ungefähr 25 bis 30 Meter messen, um in die Kategorie Monsterwelle zu passen. Wo kommen diese Wellen eigentlich her? Was sind die Entstehungsmechanismen? Die Ursachen dieser Extremwellen werden auch heute noch kontrovers diskutiert, während gleichzeitig technische Systeme eine kurzzeitige Vorwarnung möglich erscheinen lassen. Im seinem Vortrag stellt Professor Hoffmann die naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhänge dar und geht der Frage nach, was Monsterwellen auslöst und wie relevant diese Ereignisse für den Schiffsbau sind.

 

Norbert Hoffmann ist Professor in der Arbeitsgruppe Strukturdynamik an der TUHH und einer der führenden Experten für nicht-lineare Wellen und Extremereignisse. Er studierte Physik und Maschinenbau und promovierte über geophysikalische Grenzschichtströmungen.